Gestern habe ich Sara zurück zum Airport-Shuttle-Platz gebracht. Was hinter uns liegt, ist eine Woche wunderbarer, dicht aneinander gereihter Erlebnisse.
Mittwoch & Saras erster Tag. Mit Katharina zusammen auf nach Salamis (türkische Seite – östlich)! Salamis war früher Zyperns bedeutendstes Stadtkönigtum und gilt deswegen als wichtigstes Ausgrabungsgelände. Die Sonne brannte so heiß, dass Sonnencreme mit LSF 30 absolut angemessen war. Am unteren Ende der archäologischen Stätte liegt das Meer, herrlich türkisblaues Wasser auf hellem Sand. Am meisten hörte ich mich wohl nur “Juhuu!” sagen. Ein wunderschön erfrischender Anblick, wenn man aus einer Stadt mit staubigen Straßen & lauten Autos kommt. Ein glücklicher Umstand war dann, dass uns ein Reisebus voller älterer Touristen & Rentner kostenlos zurück nach Nikosia mitnahm. Gemäß der Tagesplanung des Rentner-Touri-Busses hielten wir zudem auch noch an dem friedlichen Barnabas-Kloster und bekamen so manche Ikonengemälde zu Gesicht. Doppelter Grund zur Freude also für uns, denn diesen Ort hätten wir laufend kaum erreichen können.
Donnerstag – Kyrenia. Das hieß wieder auf die andere (türkische) Seite laufen & von dort aus für 2,50 € ein Dolmus/Sammeltaxi nehmen. Da ich schon in Kyrenia war, das Kastell sowie den Hafen beschrieb, hier ein größerer Sprung gen Wochenende.
Unsere schwankenden Überlegungen um Automieten Ja/Nein glättete die etwas unfreiere aber stets kostengünstigere Variante des Busfahrens. Auch Katharina konnten wir für unseren Trip in den Westen der Insel begeistern, und so buchten wir zu dritt sogar 2 Nächte in einem netten Hostel in Paphos. Weil wir erst Freitagnachmittag starteten & die Fahrt etwa 3 Stunden dauerte, erwartete uns abends nur Ankommen, Abendbrot & baldiges Zu-Bett-Gehen. Das Hostel war eine super Empfehlung anderer Erasmus-Studenten: 7,50 / pro Nase / pro Nacht.
Zusammen unterwegs

Samstag. 6.45 – aufstehen! Nach einem stärkenden Frühstück ging es raus an die Bushaltestelle, von dort zum nächsten Ort mit dem schönen & oft empfohlenen Strand ‘Coral Bay’. Noch schöner empfing uns das Meer aber ein paar Kilometer weiter, als wir endlich in Richtung Avatas Gorge zu wandern begannen. Die Anfänge der Akamas-Halbinsel sind dort die halb steinigen & halb mit Gras bewachsenen Berghänge. Innerhalb der Schlucht führte der Weg uns über Steine & Geröll am Wasser entlang. Auf der Rücktour belohnten wir uns mit dem Sprung ins kühle, zu tiefst beeindruckende, blaue Nass!
Am Sonntagmorgen besuchten wir die Königsgräber, 2 km nördlich von Paphos. Dies sind Grabanlagen aus dem 3. Jhd. v. Chr., die für die zypriotische Oberschichte angefertigt wurden. Am eindrucksvollsten waren die Peristylgräber, weil sie äußerlich Wohnhäuser nachahmen. Anschließend führte unsere Planung uns zum Ende des Hafens, wo sich ein riesiges Ausgrabungsareal befindet. Der archäologische Park spiegelt 1/3 Fläche der antiken Stadt ‘Nea Pafos’ wider, überall stößt man auf Bodenmosaike, die etwa auch aus dem 3. Jhd. v. Chr. stammen.
Montag war Saras letzter Tag. Deswegen liefen wir nocheinmal in die Innenstadt von Nikosia (Süd- & Nord), um in einem Kurzabriss Schönes & Interessantes der Stadt aufzugreifen. Wir sind durchs Altstadtviertel Laiki Geitonia geschlenkert, haben dabei den Ausblick von einem 11-stöckigen Hochhaus genossen & unter anderem im Büyük Han, der sehenswerten Karawanserei, und an der Sophien-Kathedrale Halt gemacht.
Gestern ging ich zu einem traditionellen zypriotischen Essen, meinem 2. Meze, das vom Erasmusclub für 80 Studenten organisiert wurde. In der Taverne gab es Livemusik, zu der schon bald die meisten auf griechische Art tanzten. Dabei wird ein Kreis gebildet, die jeweiligen Tanznachbarn an den Schulter haltend. In einem besonderen Takt, den ich leider nicht klatschen konnte, bewegt man sich allmählich nach rechts. Später wurde sogar auf den Tischen getanzt, ein für mich doch eher ungewohnter Anblick! Das Bewundernswerte war jedenfalls, dass fast alle getanzt haben. Was Souvlaki & Wein alles möglich machen…